Trauer Logo 2.1

Als ich an einem andern Tage nach einem kurzen Nachmittagsschlaf die Augen öffnete, meines Lebens noch nicht ganz sicher, hörte ich meine Mutter in natürlichem Ton vom Balkon hinunterfragen: »Was machen Sie?« Eine Frau antwortete aus dem Garten: »Ich jause im Grünen.« Da staunte ich über die Festigkeit, mit der die Menschen das Leben zu tragen wissen. An einem andern Tage freute ich mich mit einem gespannten Schmerz über die Erregung eines Tages, der bewölkt war. Dann war eine verblasene Woche oder zwei oder noch mehr. Dann verliebte ich mich in eine Frau. Dann tanzte man einmal im Wirtshaus und ich ging nicht hin. Dann war ich wehmütig und sehr dumm, so daß ich stolperte auf den Feldwegen, die hier sehr steigend sind. Dann einmal las ich in Byrons Tagebüchern die Stelle (Ich schreibe sie in dieser beiläufigen Art, weil das Buch schon eingepackt ist): »Seit einer Woche habe ich mein Haus nicht verlassen. Seit drei Tagen boxe ich täglich vier Stunden mit einem Fechtmeister in der Bibliothek bei offenen Fenstern, um meinen Geist zur Ruhe zu bringen.« Und dann und dann war der Sommer zu Ende und ich finde, daß es kühl wird, daß es Zeit wird die Sommerbriefe zu beantworten, daß meine Feder ein wenig ausgeglitten ist und daß ich sie deshalb niederlegen könnte.

Dein Franz K.




Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger
Nachmittagskino
Das Ilse-Aichinger-Haus kuratiert ab 12.11.2016 an drei Wochenenden im November die Filmreihe „Nachmittagskino. Nach Ilse Aichinger“ im Österreichischen Filmmuseum.




Auckland, radiophon
Das Suchen suchen (Ilse Aichinger)

Gare Maritime Wien Albern
Gare Maritime Wien Albern

Das Ilse-Aichinger-Haus gastiert am 5.11.2016 ab 14 Uhr am von Träumen erfundenden Hafen Albern (Treffpunkt Hafenkneipe, 1. Molostraße, 1110 Wien, Stromkilometer 1918,3). – Bitte bringen Sie Ihr Radio mit.

 




Hausbootfaltungen
Das Aichinger-Haus legt ab — ab Herbst in Ihrem Briefkasten! Reservieren Sie noch heute!




:aichinger – digital human

Das Ilse-Aichinger-Haus lädt zur Veranstaltung „:aichinger – digital human“ in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur am 14. und 15. April 2016. Näheres im Programm der ÖGL unter www.ogl.at.




„lebensarten, sterbensarten, aber vor allem kinoarten, kinoplakate, kinoeingänge – dorthin, wo man immer hinwollte: ins herz der finsternis“

Sehr geehrte Damen und Herren,
Das Ilse-Aichinger-Haus öffnet abermals seine Pforten und lädt zur Veranstaltung An einen vierten März, die am 4. März im Filmmuseum stattfinden wird.

Aichingers Affinität zum Film und ihr Bezug zum Filmmuseum sind Ausgangspunkt der Veranstaltung. Die Möglichkeit des Verschwindens macht für Aichinger den Reiz am Kino aus, diese möchten wir in eigener Weise hervorheben – aufgeführt wird Bitomskys Das Kino und der Tod, ein Film in Worten.

Beginn: 15:00 Uhr.
Ort: Filmmuseum. Augustinerstraße 1, 1010 Wien.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch,
Ihr Ilse-Aichinger-Haus




WIENACHAUCKLAND – Lesung

A
chtung!
Das Ilse-Aichinger-
Haus stellt sich (H)aus und
bezieht am 29. November 2015 im-
ersten im Ersten: WIENACHAUCKLAND?
Frage(n) über Fragen; Ant-Wörter sind (h)ausgenommen.
Vom Laubhaufen bis zum Aichenparkett. Matrosen und Friseure.
Aber auch Alternativen brauchen ihre Architekten. Auch Alternativen b
rauchen ihre Alternativen. Auch Alternativen brauchen ihre Aichit
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Es lesen:
Friedrich Achleitner, Franziska Füchsl, Greta Lippauer, Peter Waterhouse

Anfang:
29.11., 19 Uhr

Friedrich Achleitner, 1930, Architekturstudium bei Clemens Holzmeister, 1953 Diplom, bis 1958 freier Architekt, dann freier Schriftsteller (Mitglied der “wiener gruppe”), Architekturkritiker und -publizist, Hochschullehrer, zuletzt Vorstand der Lehrkanzel für “Geschichte und Theorie der Architektur” an der Universität für angewandte Kunst in Wien, 1998 Emeritierung.

Franziska Füchsl, aus Putzleinsdorf/OÖ, lebt und arbeitet in Wien; Studium der Germanistik und Anglistik; Übersetzerin in der Gruppe versatorium – verein für gedichte und übersetzen. übersetzt aus dem Englischen und Georgischen; schreibt auf deutsch, dialekt und englisch, zuletzt in A Perimeter/New York (http://aperimeter.com) und im Jahrbuch der Lyrik 2015, DVA.

Greta Lippauer, geboren in Kärnten, seit 2009 Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Wien. Theatererfahrungen u.a. an der Schaubühne am Lehninerplatz, am Berliner Ensemble und am Burgtheater Wien; Nominierung für den Retzhofer Dramapreis 2015; Arbeitsstipendium für Literatur des bmukk 2015. Schreibt Kurzprosa, Lyrik und Theatertexte.

Peter Waterhouse, geboren 1956 in Berlin, lebt in Wien. Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie in Wien und Los Angeles. Er publizierte Gedichte, Essays, Erzählungen, Theaterstücke und Übersetzungen (u. a. von Michael Hamburger, Gerard Manley Hopkins, Biagio Marin, Andrea Zanzotto).